Die Tellington-Touch-Methode

Meine Erfahrungen mit den verschiedenen Touches und dem Körperband

Die TTouches sind heilsame Berührungen mit Einfluss auf das Nervensystem, auf Stimmungen und Reaktionen der Hunde und sollen bei einigen Gesundheits- u. Verhaltensproblemen helfen können.

Eine Sitzung beginnt man mit langen und sanften Bewegungen (Ausstreichungen) mit der ganzen Hand, angefangen im Kopf- u. Nackenbereich bis hinunter zum Rücken (der Hund kann dabei stehen, sitzen oder liegen – jeder wie er mag).

Unsere Pflege-Omi Piah bleibt zu Anfang lieber stehen. Buddy, der jüngere der beiden Rüden schmeißt sich mir sofort vor die Füße und streckt alle Viere von sich. Auch Lukas, der Ältere, legt sich gleich hin, das macht er allerdings eher als Beschwichtigung, denn ihm ist so viel Aufmerksamkeit meistens unangenehm.

Dann kann man aus einer Vielzahl an Touches wählen – es gibt Touches zur Entspannung, für ängstliche oder aggressive Hunde, bei Schmerzen und Verspannungen etc. – meist sind es kreisende Bewegungen mit unterschiedlichen Druckstärken. Es gibt aber auch Touches mit gleitenden/ausstreichenden und hebenden Bewegungen. Von unseren Hunden empfindet nur einer die kreisenden Touches als angenehmer, die Omi und der blinde Jungspund reagieren positiver auf die Ausstreichungen.

Beobachtungen sind ein wichtiger Teil der TTouch-Arbeit!

Ich möchte einige Touches vorstellen, die besonders für ältere Hunde geeignet sind: (bei unserer Omi kamen sie alle gut an)

Der Ohr-Touch (u.a. für alte Tiere, aber auch bei Notfällen, Schock, Stress)

Das Ohr wird hierbei ausgestrichen. Man streicht mit dem Daumen außen und dem angewinkeltem Zeigefinger innen vom Ohransatz bis zur Ohrspitze.

Piah genießt mit geschlossenen Augen

Der Schwanz-Touch (u.a. bei Rückenproblemen, Hüftdysplasie und Problemen mit dem Gang) Der Schwanz wird im Liegen oder Stehen am Ansatz angehoben, bis er sich auf einer Linie mit dem Rücken befindet und dann im Kreis bewegt, dann wird leicht daran gezogen und für 4-6 Sekunden gehalten, danach lässt man langsam wieder nach (das Ziehen wird bei Rückenproblemen evtl. weggelassen). Das Ganze wird mehrmals wiederholt.

Piah bleibt dabei immer ganz ruhig liegen und atmet tief und gleichmäßig

Der Waschbär-Touch (er soll bei Arthritis, Hüftdysplasie, Verstauchungen, Prellungen etc. helfen die Schmerzen zu lindern)

Mit den Fingerspitzen und leichtem Druck macht man auf den betroffenen Gebieten winzige Kreise – 1 ¼ Kreise im Uhrzeigersinn, beginnend auf 6 Uhr und endend auf 9 Uhr – damit soll die beste Wirkung erzielt werden! (dieses 1 ¼ ist beim TT das Einzige wo ich so ein bisschen meine Zweifel habe , ob es wirklich nur dann hilft, oder ob es einfache Kreise nicht auch tun)

Der Bauchheber (u.a. bei Neurologische Störungen, schmerzhafter/steifer Rücken, Probleme beim Aufstehen oder Treppensteigen und ungleichem Gang)

Den Bauch hebt man mit Hilfe eines gefalteten Handtuchs. Beginnend hinter den Vorderbeinen wird der Bauch leicht angehoben und ca. 5-10 Sekunden gehalten und danach sehr langsam wieder nachgelassen.

Dann arbeitet man sich immer ein Stück weiter und endet vor den Hinterbeinen

Die Sitzungen werden dann wieder mit Ausstreichungen beendet

Über den Kopf zum Rücken, zum Schwanzansatz und bis in die Schwanzspitze

und auch über die Beine bis zu den Pfoten.

Meine Beobachtungen:

Piah kann inzwischen deutlich schneller entspannen – es dauert nicht mehr so lange bis sie sich hinlegt, auch der Kopf wird schneller abgelegt, sie schließt oft die Augen (ich glaub sie nickt während der Sitzung öfter mal ein) und manchmal höre ich auch laaange ‘Wohlfühl‘-Schnaufer von ihr. Das Ohrenausstreichen genießt sie ganz besonders und da sie beim Schwanz-Touch und Bauchheber auch immer ganz still hält, scheint das für sie zumindest nicht unangenehm zu sein und ich kann mir gut vorstellen, dass das auch mit dazu beigetragen hat, dass sie inzwischen schon ein bisschen besser beisammen ist als zu Anfang. Nach den Sitzungen bleibt sie meist gleich an Ort und Stelle liegen und schläft.

Unseren Jungspund kann ich mit den Touches sehr gut ‘runterholen‘ wenn er mal sehr aufgedreht ist. Er entspannt sehr gerne in Rückenlage und das meist auch eigentlich zu Beginn der Stzung – für ihn ist das Genuss und Wellness pur!

Unser Senior kann sich auf die Sitzungen nicht ganz so gut einlassen, denn Berührungen sind nur selten mal sein Ding (es sei denn er fordert sie selbst ein). An Beinen und Pfoten mag er gar nicht gerne angefasst werden. Auch die viele Aufmerksamkeit ist ihm eher unangenehm (er schmatzt viel/ hebt die Pfote) Darum ist er eher froh, wenn die Sitzung vorbei ist und verschwindet dann auch ruck zuck (da er z.Zt. keine Beschwerden hat belästige ich ihn auch nicht unnötig damit.

Zum Schluß noch ein paar Infos zum Körperband/Körperbandage

– durch das Band bekommt der Hund ein intensiveres Gefühl für seinen Körper

– für ältere Hunde mit Verspannungen und Schwächen im Bewegungsapparat

– bei Rheuma, Arthritis und Gelenkproblemen zur Unterstützung

– auch eine gute Hilfe für Neuankömmlinge, z.B. aus dem Tierschutz

– bei ängstlichen Hunden, die auch körperlich sehr viele Unsicherheiten haben, z.B. Treppen steigen, glatte Böden, enge Räume

– bei starker Unruhe, zum Beispiel nach einem Epilepsie-Anfall

Das halbe Körperband endet auf dem Rücken

Beim Ganzkörperband werden auch die Hinterbeine umwickelt

Das Körperband trägt Piah oft eine Stunde und länger – natürlich unter Aufsicht.

Es kann auch, je nach Behandlungsgrund, auf Spaziergängen oder beim Tierarzt getragen werden.

Dieser Bericht ist nicht als Anleitung gedacht! Ich möchte damit nur einen kleinen Einblick geben, was Tellington-Touch überhaupt ist, wie ich TT mit unseren Hunden praktiziere und wie diese darauf reagieren!

Im Handel gibt es Bücher und DVDs von Linda Tellington-Jones und ihrer Tellington-Touch-Methode. Es gibt Kursangebote und auch im Internet wird man fündig.

Verfasst von: Bärbel P. (Fördermitglied)