Die Tierschutzgebühr – keine Geldmacherei

Wir möchten ein wenig darüber aufklären, wozu die Tierschutzgebühr (TSG), die wir bei einer erfolgreichen Vermittlung erheben, so dringend gebraucht wird. Gleichzeitig möchten wir einen kleinen Einblick in unsere Tierschutzarbeit geben, und aufzeigen, wie es hinter den Kulissen aussieht, wenn wir ein Notfell in unsere Obhut nehmen und was dabei für Kosten entstehen.

Einige Abgabefamilien nehmen von sich aus mit uns Kontakt auf. Andere bieten ihr Tier im Internet an und bedenken dabei nicht die Risiken die damit für ihre Fellnase verbunden sein können, wenn man das Tier übers Internet anbietet und verkauft. Die Abgabe erfolgt dabei an wildfremde Menschen, ohne genaueres über sie, ihre Lebensumstände und ihre Wohnsituation zu wissen. Bei solchen Familien stellen wir von BSNH uns per Email und per Telefon vor und berichten ihnen von unserer Arbeit – darüber, dass wir die Tiere nur in vorkontrollierte Familien geben (die Familien wurden von unserem Verein persönlich besucht, ausführliche Gespräche geführt und das Wohnumfeld besichtigt etc.).

Leider reagieren viele (Abgabe-) Familien mit Unverständnis, wenn sie hören, dass unser Verein den abzugebenden Hund unentgeltlich übernimmt – sie meinen, dass wir uns mit der TSG, die wir später bei erfolgreicher Vermittlung ‚einnehmen‘, bereichern würden. Was für ein Irrtum das ist, möchten wir hier gerne darlegen.

Wenn wir eine Fellnase übernehmen können, wird der Hund auf Kosten des Vereins erst einmal tierärztlich untersucht und versorgt.
Das beinhaltet in der Regel:
-Einen gründlichen Gesundheits-Check
-ein großes Blutbild
-Wurmkur und Flohbekämpfung, wenn nötig
-Impfungen (viele Hunde besitzen keinerlei Impfschutz)
-Setzen eines Mikro-Chips und Registrierung bei Tasso
-evtl. Röntgenbilder (z.B. bei Verdacht auf Schmerzen im Bewegungsapparat)
-Urinuntersuchungen (bei Verdacht auf Nierenproblemen)
-evtl. steht auch gesundheitsbedingt eine Kastration an – und, damit keine Hündin mehr zur Zucht missbraucht werden kann oder ein Rüde sein Dasein auf einem Hinterhof als Zuchtrüde verbringen muss
-zusätzlich wird der Hund mit neuem Halsband, Geschirr und Leine ausgestattet

Für all diese Untersuchungen und der oft weiterführenden Behandlung der Fellnasen (die nicht selten krank und mit Schmerzen zu uns kommen und dringend behandelt werden müssen), reicht die erhobene Tierschutzgebühr meist bei weitem nicht aus.

Genauso verhält es sich, wenn wir Hunde übernehmen, die bereits 10 Jahre und älter sind (siehe unsere Sorgenfelle) – für einen Berner Sennenhund ist das ein stolzes Alter – diesen Fellnasen muten wir meist keinen weiteren Umzug (aus ihren Pflegefamilien) mehr zu. In diesen Fällen bekommen wir überhaupt keine TSG, da die Fellnasen nicht in die Vermittlung gehen. Im Gegenteil – hier übernehmen wir die Behandlungskosten des Hundes auf Lebenszeit.

Wenn man all diese Fakten kennt, dann kann man sicher erkennen, dass die Tierschutzgebühr dringend gebraucht wird und niemand damit ‘das große Geld‘ macht. Die Gebühr kommt ausschließlich den Tieren zugute. Alle Beteiligte, die sich bemühen, für jeden Hund ein passendes Zuhause zu finden – ‘weil jeder Hund eine Familie braucht!‘, machen das unentgeltlich und in ihrer Freizeit – wir leben ausschließlich von Spenden, Fördergeldern und Patenschaften. Deswegen sind wir auch auf ihre Hilfe angewiesen –

werden sie Fördermitglied oder Vereinsmitglied
oder übernehmen sie eine Patenschaft (einmalig oder als Dauerpatenschaft mit € 10,00 monatlich)
oder helfen sie mit einer kleinen Spende / einem Glücksbringer für unsere Sorgenfelle bzw. einem Pfotenherz für unsere Notfelle.
Sehr gerne können sie auch aktiv mithelfen – als Pflegefamilie, Unterstützung bei den Fahrketten und bei unseren Vor- und Nachkontrollen.

An dieser Stelle möchten wir uns auch ganz herzlich bei all denen bedanken, die uns bereits aktiv oder mit Spenden bei unserer Arbeit unterstützen –

Vielen Dank dafür.